Im Garten

Am besten kann ich meditieren

im Garten, wo die Blumen blühn,

will arbeiten, will mich verlieren,

bin fast im Himmel, trotz der Müh´n.

Ich werd´ zur Rast laut reingerufen

und hör es gar nicht. Meine Welt

ist jetzt um viele, viele Stufen

weiter, wo Schöpfung ihre Feier hält.

Wie Kinder, die im Spiel versunken,

den Zug nicht hör´n, der tödlich naht,

laut pfeift und rattert, doch ganz trunken

sind sie nur Spiel nach ihrer Art.

Sehr tief in mir spür ich gewaltig

die Schöpfung, ihre Macht, ihr´n Sinn.

Es ist so friedlich. Glücklich und nachhaltig

fühl ich, dass ich Schöpfer bin

im Kleinen nur. Und freue mich,

dass warme Sonne und auch Regen

im Wechsel wirken wunderlich,

belohnen so mein fleißiges Hegen.

War da was? Hat wer gerufen?

"Mach´Pause! Kaffee steht schon bereit!"

Komm runter von den hohen Stufen

deiner schönen Seligkeit!

Schade, es ist Kaffeezeit.

12.9.08 13:06

bisher 2 Kommentar(e)     TrackBack-URL


ahora / Website (12.9.08 16:30)
Lieber Jan,
ich habe schon auf das neue Gedicht gewartet. Es gefällt mir sehr gut.
Interessant ist für mich, dass der Geist noch Unterschiede macht zwischen den einzelnen Tätigkeiten. Doch ich verstehe sehr wohl, warum das Kaffetrinken im Moment gar nicht wichtig ist. Der Abschluss ist gelungen - humorvoll.
Liebe Grüße
Barbara


Jan / Website (12.9.08 19:55)
Liebe Barbara,
oft ist die Gartenarbeit nur Mittel zum Zweck. Ich
finde da eine wohltätige Ruhe, lass mich verführen.Das kann eine einzige Blume sein, ein Vogel, ein Regentropfen oder ein warmer Sonnen-
strahl. Alles andere wird dann so unwichtig. Ich bin dann einfach glücklich.
Der Schluss, die Klammer zum Anfang, war mir erst
beim Schreiben aufgefallen.
Danke für Deinen Kommentar. Er hat mir aufgezeigt,
was mir gar nicht bewusst war.
Liebe Grüß4
Johannes.

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